Unser Reisebericht „Smeura 2018“

Wie seit 2008 üblich war auch in diesem Jahr ein 8-köpfiges Team, davon 6 Mitglieder unseres TSV Leipziger Land,   zu Besuch in der rumänischen Smeura. Für mich persönlich war es die 11. Reise dahin, im Team diesen Jahres waren aber auch 2 „Neulinge“ dabei. Der Eindruck aus dieser Reise ist zwiegespalten: Die Reise an sich (Hotel, Flug) war mit Katastrophen gespickt, so dass wir am Ende völlig k.o. wieder zu Hause ankamen. Der Aufenthalt in der Smeura aber war sehr gut. Zwei kleine Fellnasen durften uns auf dem Flug nach Leipzig begleiten. Ausschlaggebend für die Auswahl der „Flughunde“ ist das Gewicht (mit Tasche max. 8 Kg) und die Größe (müssen in der Tasche liegen, stehen sitzen und sich drehen können). Also kommen nur absolute Minis in Frage, selbst für Welpen sind diese Ansprüche hoch. Aber wir fanden 2 Hunde:

Zum einen OTSCHI (rum. für Auge)  und den Welpen BLÜMCHEN, nähere Beschreibungen zu den Beiden finden Sie auf unserer Homepage (www.Tierheim-Oelzschau.de) Beide haben die Reise super überstanden. Weitere Hunde durften dann die Reise mit dem Auto Richtung Deutschland, einige davon nach Oelzschau, antreten. 

Jedes Jahr werden wir aufs Neue überrascht wie großartig sich das Tierheim dort entwickelt. Matthias Schmidt mit seinem engagierten Team leistet großartige Arbeit, manchmal für uns kaum zu glauben. Ich werde sehr oft gefragt, ob das Geld, wenn man an die Smeura spendet, auch wirklich dort ankommt, ob das Alles denn auch seriös sei. Und ich kann immer wieder aus vollem Herzen sagen: Absolut!

Vielleicht ein paar Sätze zur Lage vor Ort: Nach wie vor ist die Smeura mit rund 5.500 Hunden und einigen Katzen besetzt, eigentlich zu viele. Positive Ergebnisse zeigen die Kastrationsaktionen, die die Smeura seit vielen Jahren kostenlos auch für die privaten Hunde- und Katzenbesitzer durchführt. Dennoch gibt es noch immer zu viele Menschen – vor allem Bauern- die dieses tolle Angebot nicht annehmen und ihre Hunde sich zweimal im Jahr  vermehren lassen. Diese Welpen werden dann entweder ausgesetzt, in der Smeura abgegeben, in die Tötungsstation gebracht oder im schlimmsten Fall auf schreckliche Art und Weise getötet. In der Woche unseres Aufenthaltes durften über 60 Hunde aus der Smeura ausreisen (darunter ein Hund der Rasseliste- nach Wien- wie schön!!). Am gleichen Tag konnten 24 Hunde aus der Tötung übernommen werden und die nächste Abholung wurde bereits für Samstag avisiert. Für die Hunde ein Riesenglücksfall!!! Nur so wird die Semura trotz aller Bemühungen die Höhe des Hundebestandes nicht reduzieren können und ohne Tierschutztransporte wäre….. darüber mag man gar nicht nachdenken. Solange diese sinnlosen Tötungsgesetze, finanziert mit Geldern der EU, nicht außer Kraft gesetzt werden, solange wird sich an der Situation in Smeura und ganz Rumänien nichts ändern.   Und solange sind diese Tierschutztransporte unbedingt notwendig.

Immer wieder werden wir gefragt wie wir es emotional schaffen, die Auswahl der Hunde zu treffen. In diesem Punkt zählt: Rational sein. Wir müssen eine Auswahl treffen, die ausgewogen ist in allem, denn es hat keinen Sinn nur Notfälle auszuwählen, die bei uns schwer oder nicht vermittelbar sind. Nur wenn wir auch vermitteln, können wir Platz schaffen für weitere Hunde. Also: Große Hunde, kleine Hunde, junge Hunde, Welpen, alte Hunde, gesunde und natürlich immer einige Notfälle. Und wie immer bleibt ein Stück unseres Herzens dort zurück bei jenen Hunden, die den „Sprung nach Oelzschau“ diesmal (noch nicht ?)  geschafft haben, aber unsere „Nachrücker“ sind. So fand Andrea einen ganz alten, extrem lieben Oldie. Ich fand eine Schäferhündin, die kaum eine oder nur sehr geringe Chance hat zu uns zu kommen, weil sie einfach zu viele „Baustellen“ hat, die eine Vermittlung fast ausschließen. Auf alle Fälle werden sie auf unserer Notfallseite demnächst eingestellt, in der Hoffnung doch noch einen Platz für sie zu finden. So hat wohl jeder unserer Reisenden einen Herzenshund dort lassen müssen. 

 

 

Toll war zu sehen, wie sozial die meisten Hunde in der Smeura dort sind: Ausgedehnte und super entspannte Spaziergänge mit vielen Hunden gleichzeitig liefen sehr entspannt und fröhlich ab, trotz großer Unterschiede in der Größe ( vom „Zwerg“, 20 cm bis „Riese“, 65 cm)  , im Alter ( vom Welpen bis zum Senior) und von total unterschiedlichen Temperamenten .

Ein letztes Wort noch zu den Hunden in der Smeura: Immer wieder hören wir „Straßenhunde, Straßenhunde, oh jeh, die kennen doch nichts, die sind doch nur schwierig.“

Nein, die allerwenigsten Hunde die in den letzten Jahren in die Smeura kamen sind ehemalige Straßenhunde, da diese infolge der Tötungsgesetze bereits eingefangen wurden. Wie bereits beschrieben kommen viele Welpen in die Smeura, aber auch Junghunde, die einst als Spielzeug  für die Kinder dienten und nun – dem Welpenalter entwachsen- dazu nicht mehr taugen. Ebenso werden alte und /oder kranke Hunde entsorgt, wenn sie zu nichts mehr „zu gebrauchen sind“. Aber natürlich gibt es auch  die gleichen Abgabegründe wie auch bei uns in Deutschland: Tod, Krankheit, Trennung, Umzug etc. Und die junge Generation wird auch in der Smeura auf den Tierschutzgedanken eingestellt, wir erlebten den Besuch von Schulklassen in der Smeura, wo auch Tierschutzunterricht abgehalten wird. Alles in allem macht uns- trotz der aktuellen Situation- die Entwicklung etwas Hoffnung auf eine  bessere Einstellung zur Kreatur Tier und damit zum Tierschutzgedanken. 

In diesem Sinne, bleibe Sie uns und unseren Schützlingen treu, wir brauchen Ihre Unterstützung.

Elvira Henkel, das „Reiseteam Smeura 2018“  und das Team der Smeura /Tierhilfe Hoffnung/ Tierheim Oelzschau